Thomas Mooslechner, aktualisiert am 27. Februar 2024
Deception Island: Reise zur geheimnisvollen Vulkaninsel

Deception Island ist einer der faszinierendsten Orte der Antarktis.

Die Insel ist der Kraterrand von einem aktiven Vulkan. Durch die nur 500 m schmale Meerenge Neptune’s Bellow können Schiffe ins Innere des mit Meerwassers gefüllten Kraters fahren.

Darin befinden sich die Ruinen einer alten Walfangstation und einer britischen Forschungsstation.

Die verrosteten Ruinen mit den schwarz-roten Felsen der Vulkaninseln sind ein mystischer Ort.

Hier zeige ich Ihnen, was Sie während einer Reise nach Deception Island erwartet.

Durch Neptune’s Bellows in den Krater der geheimnisvollen Insel

Klippen in Neptune’s Bellow auf Deception Island in der Antarktis

Die schroffen Klippen schützen den natürlichen Hafen der Insel.

Neptune’s Bellows ist die 500 Meter breite Passage in den mit Meerwasser gefüllten Krater von Deception Island.

Ihr gefährliche Felsformationen mit starken Meeresströmungen sind eine Herausforderung für die Crew der Antarktis Expeditionsschiffe. Aber die Wagnis ist es wert.

Alleine der Blick auf die zerklüfteten Felswände während der Durchfahrt ist ein einzigartiges Erlebnis. Lava und die extremen Bedingungen der Antarktis haben sie über Jahrtausende zu einer atemberaubenden Kulisse geformt.

Steile, zerklüftete Hänge ragen auf beiden Seiten auf. Seevögel sitzen auf ihren Spitzen. Die Farben reichen von einem tiefen Rostrot, einem satten Moosgrün bis zum Schwarz der Vulkaninsel.

Port Foster, eine Fahrt ins Herz von einem Vulkan

Ruinen auf Deception Island in der Antarktis

Aus Port Foster sind Walfänger, Robbenschläger ud Polarforscher aufgebrochen.

Nach der erfolgreichen Durchquerung eröffnet sich Port Foster, der geschützte Naturhafen im Krater vom Deception Island. Es ist ein spektakulärer Moment. Die umliegenden schneebedeckten Berge sind eigentlich die Kraterränder des gewaltigen Vulkans. 

Man fühlt sich auf einmal klein, im Vergleich zu den Naturgewalten, die Deception Island geformt haben. Das ist auch der Moment, mit dem das Abenteuer auf Deception Island beginnt.

Obwohl die letzte Eruption 1970 stattfand, sind seismische Aktivitäten bis heute messbar. Aufgrund der Aktivität gibt es heiße Quellen und dampfenden Fumarolen, die Sie sehen können. Es wurden an einigen Stellen schon Wassertemperaturen von 70° C gemessen.

Heiße Quellen entspringen zum Beispiel am Ufer von Pendulum Cove. Für einen Polar Plunge, einen Sprung ins Meerwasser der Antarktis, ist das eine einzigartige Gelegenheit. Die Quellen erwärmen das Meerwasser, was das Erlebnis weniger kalt macht, als an anderen Orten in der Antarktis.

Durch die vulkanische Aktivität geformte Mineralien und Gesteinsarten sind nicht nur für Geologen interessant. Der Vulkan hat spektakuläre Höhlen gebildet. Sie sind unterirdische Labyrinthe, die geologischen Geheimnisse der mystischen Insel verraten.

Whalers Bay, ein Ort wie aus einer anderen Welt

Deception Island in der Antarktis

Whalers Bay ist ein mystischer Ort, der wie nicht von dieser Welt wirkt.

Der Naturhafen und die eisfreien Buchten haben schon im 19. Jahrhundert Walfänger angezogen. Von 1912 bis 1931 befand sich an der Whalers Bay die von der norwegischen Hvalfangerselskabet Hektor A/S betriebene südlichste Trankocherei der Welt.

Zu den spektakulären Überresten der Walfänger in der Whalers Bay gehören riesige Kessel zur Ölgewinnung. Sie wirken wie aus einer Parallelwelt, die es so nicht auf der Erde gibt. Die Überreste der Walfangstation wurden 1995 als Historic Site and Monument No. 71 gemäß dem Antarktis-Vertrag unter Schutz gestellt. 

Es sind die verrostenden Kessel, verrottende Holzboote, zusammen mit dem schwarzen Strand, Pelzrobben, den roten Felsen der Inseln, eisigen Berggipfeln, dem Meer und den schroffen Felsen, die den Ort zu mystisch machen. 

Wer Glück hat und Whales Bay mit einer der Antarktis Kreuzfahrten erreicht, kann von sich sagen, wirklich einen der außergewöhnlichsten Orte der Erde erreicht zu haben. Eine Garantie gibt es dafür nie. Jede Antarktis Expedition ist einzigartig. Es muss immer das Wetter mitspielen.

Spuren der Forschungsstationen auf Deception Island.

Biscoe House Ruinen Britische Forschungsstation auf Deception Island in der Antarktis

Biscoe House war ein Teil der britischen Forschungsstation.

Die Ruinen erzählen die Geschichte der Menschen, die in dieser unwirtlichen Umgebung tätig waren. Sie sind auch ein Einblick in die Geschichte der wissenschaftlichen Forschung in der Antarktis.

Ein Spaziergang durch die verlassenen Gebäude ist eine Zeitreise zurück in eine ganz andere Zeit, als Walfänger, Robbenschläger und Forscher in der abgelegenen Region gearbeitet haben.

Deception Island war auch eine wichtige Basis für Polarforscher. Keine Frage. Eine Kombination aus einem Vulkan zusammen mit der antarktischen Tierwelt ist außergewöhnlich.

Und lange hatte der Vulkan die Walfänger, Robbenschläger noch die der Forscher in größerem Maße beeinträchtigt. Schon 1842 wurde der erste Vulkanausbruch auf der Insel direkt beobachtet. Aber erst der Ausbruch im Jahr 1969, hat die Zeit der Forschungsstationen auf der Insel beendet.

Erste Flüge in der Antarktis aus Deception Island

Ruinen des Flugzeug Hangars auf Deception Island in der Antarktis

Der Flugzeughangar auf Deception Island steht noch heute.

1944 errichteten die Briten die erste Forschungsstation auf Deception Island. Sie wurde für die Flüge des British Antarctic Survey (BAS) genutzt. Der Hangar am Nordende der Whalers Bay ist bis heute erhalten geblieben.

Der australische Polarforscher Hubert Wilkins startete von der Insel auch zum ersten motorisierten Flug in der Antarktis. Am 20. Dezember 1928 flogen sie mit ihrer Lockheed Vega entlang der Gerlache-Straße und überquerten die hohen Berge der Antarktischen Halbinsel.

Die Flugpioniere waren entschlossen, neue Entdeckungen zu machen. Geschichten der Flugpioniere, Polarforscher und Entdecker sind auch heute noch eine Inspiration für eine Reise zu einem der entlegensten Winkel der Erde, an dem es noch so viel zu entdecken gibt.

100.000 Zügelpinguine am Baily Head

Pinguine auf Deception Island in der Antarktis

Deception Island ist auch ein Naturparadies mit Zehntausenden Pinguinen in einer einzigen Kolonie.

Am südlichen Außenrand befindet sich Baily Head. Auf der Landzunge lebt eine der weltweit größten Zügelpinguin Brutkolonie mit geschätzten 100.000 Brutpaaren.

Mit einer Reise nach Deception Island können Sie auch die Pinguine am Baily besuchen. Zum Beginn der Saison im November sind sie mit der Balz beschäftigt, brüten in ihren Nestern und watscheln auf der Inseln herum. Im Dezember schlüpfen die ersten Küken.

Auch Pelzrobben, Weddelrobben, Krabenfresser, See-Elefanten und Seevögel leben auf Deception Island. Beispiele dafür sind der Antarktisskua und Riesensturmvögel. Viele der Tiere verbringen auch Zeit an den schwarzen Stränden von Deception Island, oft nahe den Ruinen der Walfangstation und den Ruinen der Forschungsstationen.

Antarktischen Schutzgebiets (ASPA 140) in der Telefon Bay

See-Elefanten auf Deception Island in der Antarktis

Deception Island ist einer der am strengsten geschützten Orte in der Antarktis.

Die Telefon Bay ist Teil eines besonderen antarktischen Schutzgebiets (ASPA 140), wegen seiner botanischen und ökologischen Werte.

Sie ist einer der eindrucksvollsten Orte auf Deception Island, die ihren Namen einer Telekommunikationsanlage verdankt, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Betrieb war.

Der Vulkan hat eine faszinierende Landschaft aus Asche, Lava und Dampf in der Bucht geschaffen. Sie zeigen Besuchern die immensen Kräfte, die während der letzten großen Eruptionen in 1960ern auf die Insel gewirkt haben. Fotografen mögen die Landschaft besonders gerne. 

Telefon Bay war auch ein wichtiger Ort für wissenschaftliche Forschung. Ein Besuch der Bucht ist eine Erinnerung an den Ausbruch und die wissenschaftliche Forschung auf der faszinierenden Insel.

Schutzmaßnahmen für einen Besuch von Deception Island

Landgang auf Deception Island in der Antarktis

Für einen Besuch von Deception Island gibt es strenge Auflagen.

Die einzigartigen Landschaften, Tiere und historischen Stätten haben Deception Island zu einem bedeutenden Kulturerbe in der Antarktis gemacht. Es soll für zukünftige Generationen erhalten werden.

Daher sind Umweltauflagen in Kraft, um die unberührte Natur und die historischen Stätten zu schützen. Dazu gehören strenge Vorschriften für den Zugang zu bestimmten Gebieten der Insel.

Weite Teile der Insel sind ein Antarctic Specially Protected Area (ASPA). Sie sind besonders geschützte Gebiete der Antarktis. Die Einhaltung von Abstandsvorschriften zu den Tieren, die Minimierung von Störungen der natürlichen Lebensräume und der Fauna sind ein wichtiger Bestandteil der Vorschriften. Sie sollen sicherzustellen, dass Deception Island auch in Zukunft ein faszinierendes Reiseziel ist.

Wie komme ich nach Deception Island?

Seabourn Venture in Deception Island

Seabourn Venture in der Caldera von Deception Island.

Deception Island ist nur mit einem Schiff erreichbar. Die Insel ist am einfachsten mit einer der Antarktis Kreuzfahrten erreichbar, die aus dem Hafen von Ushuaia im Süden von Argentinien abfahren.

Ergibt sich während einer Antarktis Seereise ein Besuch von Deception Island, erwarten Sie Abenteuer in einer atemberaubenden Landschaft mit einem tiefen Einblick in die Naturkräfte der Erde.

Die Saison für solche Antarktisreisen fängt Ende Oktober an und endet im März. Die beste Reisezeit hängt davon ab, was Sie am liebsten sehen möchten.

Im Oktober und November sind die Temperaturen noch sehr kalt. Das ist die beste Chance für einen Blick auf Eisberge. Die Landschaften von Deception Island sind oft auch noch in Schnee gehüllt.

Mit den höchsten Temperaturen und der Chance, Pinguinküken und Robbenjunge zu sehen, sind der Dezember und Januar die beliebtesten Zeiten für einen Besuch in der Antarktis.

Die besten Chancen, Wale zu sehen, haben Sie im Februar oder März.

Egal für welchen Monat Sie sich entscheiden, Deception Island ist atemberaubendes Abenteuer, der Ihnen die Schönheiten der Antarktis zusammen mit ihrer frühen Geschichte zeigen wird.

Von Thomas Mooslechner

Thomas ist der Gründer von ArcticDesire.com und teilt hier sind persönlichen Erfahrung, Experten-Tipps und Ratschläge für eine Reise in die Arktis und Antarktis.

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